Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Weshalb? rief er. Deshalb, weil meine Religion und die Landes⸗ geſetze es mir verbieten, eine Jüdin zu meiner Gemahlin zu machen.

Und wenn ich Ihnen auch das Letzte noch opferte, was ich beſitze? flüſterte ſie. Mein Gewiſſen und meine Religion?

Mariane, rief er feierlich und laut, ich wiederhole Dir, was ich Dir ſchon oft geſagt habe: werde eine Chriſtin, damit Du meine Ge⸗ mahlin werden kannſt!

Sie ſchlug mit einer heftigen Bewegung ihre Arme um ſeinen Hals und ſchmiegte ſich feſt an ihn. Ich werde eine Chriſtin! flüſterte ſie.

IN. Liebe und Politik.

Endlich alſo, endlich! rief Gentz mit dem Ausdruck glühender Zärtlichteit, ſich Marianen nähernd, welche ihm mit einem holden Lächeln entgegen ging. Wiſſen Sie, Theuerſte, daß Sie mich ſeit acht Tagen zur Verzweiflung gebracht haben? Kein Wort, keine Botſchaft von Ihnen! So oft ich kam, Sie zu ſehen, immer abgewieſen. Im⸗ mer dieſes fürchterliche:Ihro Gnaden ſind nicht zu Hauſe! während ich voch Ihre Nähe in jedem Nerv, jeder Ader fühlte und den Zauber Ihres Weſens in meinem zuckenden Herzen empfand. Und abgewieſen! Keine Antwort auf meine Briefe, auf mein glühendes Flehen, Sie nur eine Viertelſtunde zu ſehen!

Nun, Sie Undankbarer? fragte ſie lächelnd. Habe ich nicht heute zu Ihnen geſandt? Habe ich Ihnen nicht ganz freiwillig dieſes Rendez vous gewährt und Sie zu mir gerufen?

Sie wußten wohl, daß ich geſtorben ſein würde, wenn Sie nicht

endlich Sich meiner erbarmten! Oh, Sie können nicht denken, himm liſche Mariane, welche Thorheiten mich die Verzweiflung ſchon hat

begehen laſſen. Um Sie zu vergeſſen, habe ich mich in Zerſtreuungen,