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Geſpött des Pöbels habe ertragen müſſen, daß man mich öffentlich geſchimpft und geſchändet hat.
Mein Gott! rief der alte Herr, ängſtlich die iſt denn geſchehen, wer trägt denn die Schuld an dieſer Beleidigung?
Wer die Schuld daran trägt? fragte ſie, ihre flammenden Augen mit einem fascinirenden Ausdruck auf ihn richtend. Sie allein, mein Fürſt, Sie ſind die Schuld meiner Schmach und meiner Demüthigung. Um Ihretwillen hat mich der Pöbel verhöhnt und hat mich Ihre Mai⸗ treſſe genannt und hat geſpottet über meine Brillanten, den Kaufpreis meiner Schande! Oh, wie viel Schmach, wie viel Demüthigung habe ich nicht um Ihretwillen ſchon erduldet, mit wie viel habe ich nicht dieſe Liebe ſchon verwünſcht, un
Hände faltend, was
blutigen Thränen die mich an Sie feſſelt, die ich doch nicht aus meinem Herzen reißen konnte, denn ſie iſt ſtärker, als ich. Aber jetzt iſt es genug! So viel Schande und Spott erträgt mein Stolz nicht. Leben Sie wohl, mein Fürſt, mein Geliebter, ich muß Sie verlaſſen, ich darf nicht mehr bei Ihnen bl
eiben, wenn die Schande mich nicht tödten ſoll! Leben
Sie wohl! Niemand ſoll es mehr wagen dürfen, mich eine Maitreſſe zu nennen!
Sie wandte ſich mit einem ſetzten glühenden Scheideblick nach der Thür hin, aber der Fürſt hielt ſie zurück. Mariane, fragte er zärtlich, wiſſen Sie denn nicht, daß ich Sie liebe, daß ich nicht ohne Sie leben kann?
Sie ſchaute zu ihm hin mit einem bezaubernden Lächeln. Und ich? fragte ſie. Fern von Ihnen werde ich ſterben vor Liebeskummer, bei Ihnen werde ich ſterben vor Schmach. Ich ziehe den Liebeskummer vor! Leben Sie wohl! Niemand ſoll mich mehr eine Maitreſſe nennen dürfen!— Und ſie legte ſchon die Hand auf den Griff der Thür.
Der Fürſt legte ſeine beiden Arme um ihre Geſtalt und zog ſie zurück. Ich laſſe Dich nicht fort, ſagte er glühend. Du biſt mein und ſollſt es bleiben. Oh warum biſt Du ſo ſtolz und kalt! Warum willſt Du unſerer Liebe nicht das Opfer Deines Glaubens darbringen! Warum beſtehſt Du darauf, eine Jüdin zu bleiben!
Durchlaucht, fragte ſie, ihr Haupt an ſeine Schulter legend, wes⸗ halb ſollte ich denn eine Chriſtin werden?
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