Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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ſo voll edlen Zorns vor mir ſtehen ſehe, fühle ich ſchon, daß ich nicht mehr zu beklagen bin, denn ich werde das edelſte und ſchönſte Weib in ganz Wien beſitzen.

Sie wollen mich alſo heirathen? Sie wollen nicht zurücktreten, obwohl Ihr Herz einer Andern gehört, und obwohl Sie wiſſen, daß ich Sie nicht liebe?

Meine ſchöne Braut, täuſchen wir uns doch nicht, ſagte er lächelnd, es iſt nicht eine Ehe, ſondern ein Aſſocié⸗Geſchäft, das wir im Begriff ſind, auf den Wunſch unſerer Väter mit einander abzuſchließen. Man hat dabei nicht an die Herzen, ſondern an die Capitalien gedacht; die Häuſer Itzig, Arnſtein und Eskeles werden herrlicher aufblühen; ob die Menſchen, die zu dieſen Häuſern gehören, dabei verwelken, das gilt gleich. Nehmen wir unſer Geſchick an, meine Liebe, denn entgehen können wir ihm doch nicht! Was hülfe es Ihnen, wenn ich zurückträte? Ihr Vater würde Ihnen einen andern, vielleicht noch reichern Mann auswählen, vielleicht in Polen, in Rußland, was weiß ich's, und Sie könnten mit den Schätzen Ihrer Schönheit und Ihres Geiſtes in irgend einem kleinen Weltwinkel verſchüttet werden, während ich Sie doch nach Wien auf das Theater der Welt, auf eine Bühne führe, wo es Ihnen wenigſtens an Triumphen und Huldigungen nicht fehlen wird. Und ich? Warum ſollte ich ein ſo blöder Thor ſein, Ihnen zu entſagen, Ihnen, welche mir weit mehr bringen wird, als ich verdiene, Ihre Schönheit, Ihren Geiſt und Ihre Güte. Ah, ich werde zu beneiden ſein, denn es wird in ganz Wien keine Frau ſein, die mit Ihnen riva⸗ liſiren könnte. Da ich Diejenige, welche ich liebe, nicht beſitzen kann,

ſo habe ich Gott zu danken, daß Sie es ſind, welche mein Vater für mich gewählt. Sie allein ſind dabei zu beklagen, Fanny, denn ich habe Ihnen keinen Erſatz zu bieten für das Opfer, das Sie mir bringen. Ich bin Ihrer nicht werth. Sie ſtehen über mir an Schönheit, an Geiſt, an Bildung. Ich bin ein Geſchäftsmann, weiter nichts! Aber ich habe Ihnen doch etwas zu bieten, Reichthum, Glanz und einen Namen, der ſelbſt am Kaiſerhof einen guten Klang hat. Laſſen Sie alſo mich Ihnen als Freund rathen, nehmen Sie meine Hand an, es iſt die Hand eines Freundes, der durch ſein ganzes Leben bemüht ſein

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wir werde Meh mit Anſpr Ihr Herz als was Vertrauen Gemahls fordert, vor der

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