Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Fanny's glänzende Augen ruhten unverwandt auf ſeinen Zügen. Herr von Arnſtein, rief ſie jetzt raſch und heftig, Sie lieben mich eben ſo wenig, als ich Sie liebe!

Er zwang ſich zu einem Lächeln. Wer könnte Sie ſehen, Sie, die ſtolze, herrliche Erſcheinung, und nicht entzückt von Ihnen ſein! rief er emphatiſch.

Keine leeren Schmeicheleien, ich bitte Sie, ſagte Fanny ungeduldig. Oh, ſagen Sie mir die Wahrheit, mein Herr, nicht wahr, Sie lieben mich nicht?

Ich habe Sie zu ſpät geſehen, ſagte er ſeufzend. Hätte ich Sie früher gekannt, würde ich Sie grenzenlos geliebt haben!

Jetzt aber kam ich zu ſpät und Sie liebten bereits eine Andere? fragte ſie haſtig.

Ja, ich liebe eine Andere, ſagte er ernſt und feierlich. Da Sie

mich fragen, bin ich Ihnen die Wahrheit ſchuldig. Ich liebe eine Andere!

Und dennoch, rief Sie zürnend, dennoch wollen Sie mich heirathen?

Und Sie? fragte er ſanft. Lieben Sie mich denn?

Aber ich ſagte Ihnen ja, mein Herz iſt frei, ich liebe Niemand, während Sie Warum heirathen Sie nicht diejenige, welche Sie lieben?

Weil ich nicht darf und auch nicht kann!

Warum dürfen Sie nicht?

Weil mein Vater es nicht will! Er iſt der Chef unſeres Hauſes und unſerer Familie. Er hat zu gebieten, und wir zu gehorchen. Er will es nicht, denn das Mädchen, welches ich liebe, iſt arm. Sie würde unſerm Hauſe keine neue Capitalien zuführen.

Oh, ewig, ewig dieſer kalte Mammon, dieſer Götze, dem man unſere Herzen als Opfer vorwirft! rief Fanny ſchmerzlich. Um Geld verkaufen wir unſere Jugend, unſer Glück und unſere Liebe.

Ich habe meine Liebe nicht verkauft, ich habe ſie geopfert, ſagte Herr von Arnſtein ernſt, ich habe ſie den Intereſſen unſeres Handels⸗ hauſes und unſerer Firma geopfert. Aber indem ich Sie ſo ſchön,