Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Die Yochzeit. 7* o

Im Hauſe des reichen Banquier Sig fand heute ein ſeltenes Feſt ſtatt, ein Feſt, das ſeit einigen Tagen ganz Berlin von ſich reden machte, und von dem das Volk auf der Gaſſe ſowohl, als die vor⸗ nehmen Leute in den Salons ſich erzählten.— Der Banquier Itzig verheirathete heute an einem Tage drei ſeiner ſchönen jungen Töchter, und der reiche, prachtliebende und wohlthätige Mann hatte Alles dazu gethan, dieſen Feſttag ſeines Hauſes würdig und glänzend zu begehen. Er hatte für ſeine Töchter ſeit und Handwerksleuten Berlins arb ſeine Töchter nur die Erzeugniſſe deutſcher Induſtrie und die Arbeiten deutſcher Handwerker tragen ſollten, und daß kein Stück ihrer Aus⸗ ſteuer aus Frankreich entlehnt werden dürfe. Alle die prächtigen Brocate, Sammete und Damaſte zu den Kleidern und Meubles waren daher in Berliner Fabriken gewirkt worden, das herrliche Leinenzeng war aus Schleſien verſchrieben, und eine Schaar von Nätherinnen und Stickerinnen hatte es zu allen nothwendigen Gegenſtänden der Toilette auf das Geſchickteſte und Kunſtvollſte verarbeitet. Auch das Silber⸗ zeug und das koſtbare Goldgeſchmeide war von Berliner Juwelieren angefertigt worden, und das reiche, kunſtvoll gemalte Tafelſervice war aus der Königlichen Porzellanfabrik hervorgegangen. Dieſe glänzen⸗ den drei Ausſteuern waren daher gewiſſermaßen ein Triumph der vaterländiſchen Kunſt und Induſtrie und dadurch gewannen ſie eine allgemeine Bedeutung. Herr Itzig hatte daher auch nach langem Wider⸗ ſtreben den lebhaften Bitten und Vorſtellungen ſeiner Freunde nachge⸗ gegeben und hatte zu den Zimmern und Sälen ſeines Hauſes, in denen die Ausſteuer ſeiner Töchter ausgelegt war, Jedermann freien Zutritt geſtattet, wie dies bei den Ausſteuern der Prinzeſſinnen des Königlichen Hauſes zu geſchehen pflegt. Nur hatte er, um ſich vor der Beſchuldigung hochmüthiger Prahlerei zu wahren, dieſe Ausſtellung zu

eiten laſſen, indem er laut erklärte, daß

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