Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Mein Freund, der geheime! men, ihm denſelben zu übergeben. Dann wird er ihn annehmen, denn er hält viel auf Menken.

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Aber was haben Sie denn dem König in Ihrem gedruckten Briefe *

geſagt?

Ich habe ihm Rath gegeben, wie er regieren muß!

Rath! Mein Freund, die Könige nehmen nicht gern Rath an, vorzüglich nicht, wenn er ihnen unangemeldet ertheilt wird! Haben Sie Sich auf allgemeine Rathſchläge beſchränkt? Sie ſehen, ich glühe vor Neugierde und Verlangen, von Ihrem kühnen Unternehmen genau unterrichtet zu ſein. Leſen Sie mir doch dieſen Brief, Freund!

Ah, das wäre eine Rieſenarbeit für Sie zu hören, für mich zu leſen, denn das Sendſchreiben iſt lang und ausführlich. Ich bitte in

demſelben den König mit eindringlichen und bewegten Worten,— oh, ich habe ſelbſt dabei geweint, als ich ſie ſchrieb, ſeinen Völkern das

Glück zu zmen Ich lenke ſeinen Blick auf alle die verſchiedenen Zweige der Verwaltung, zuerſt auf die Militairanſtalten.

Und Sie rathen ihm zum Kriege? fragte Gualtieri raſch.

Nein, ich rathe ihm, immer gerüſtet zu ſein, aber ſo lange es mit ſeiner Ehre verträglich iſt, den Frieden aufrecht zu erhalten. Als⸗ dann lenke ich ſeinen Blick auf die Rechtspflege und Finanzverwaltung. Ich warne ihn vor jeder Willkür in der Rechtsverwaltung, ich ver⸗ mahne ihn, darauf zu halten, daß ein gleichmäßiges Verhältniß zwiſchen den Ausgaben und den Einnahmen des Staates ſei, auf daß ſeine Unterthanen nicht mit Abgaben überlaſtet werden, und die Frei⸗ heit der Gewerbe, des Handels und der Induſtrie nicht durch läſtige Monopole zu beſchränken. Dann endlich fordere ich von ihm, daß er auch auf den Geiſt und auf die Preſſe ſein Augenmerk richte.

Oh, ich wartete darauf, ſagte Gualtieri lächelnd, und ich würde mich gar nicht wundern, wenn Sie die Kühnheit gehabt, von dem jungen, ſchüchternen und ängſtlichen König zu begehren, daß er ſeinem Volk die Preßfreiheit gebe.

Ja, das iſt es, was ich von ihm fordere, rief Gentz glühend. Sie wünſchen, daß ich Ihnen mein ganzes Sendſchreiben vorleſe, ich

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