er für die edelſten Güter der Menſchheit, für die Freiheit, die Ehre und das Recht! Kein Wunder alſo, daß er überall ſiegreich iſt, denn überall hoffen die geknechteten Völker von ihm, daß er ſie erlöſe von ihrem Joch, daß er auch ihnen die Freiheit bringe.
Er iſt eine Zuchtruthe, welche Gott den deutſchen Fürſten geſandt hat, damit ſie ſich beſſern ſollen, rief Gentz, damit ſie gedrängt wer⸗ den, auch ihrerſeits ihren Völkern ihren Antheil an der Freiheit und Menſchenwürde zu geben, indem ſie ſich dadurch eine Schutzmauer auf⸗ richten müſſen gegen dieſen Uſurpator, der nicht bloß mit dem Schwert, ſondern auch mit Ideen kämpft. Möchten unfere deutſchen Fürſten das einſehen, möchten alle die, welche eine Zunge haben zu reden, ihnen das zurpfen und ſie wecken aus dieſem Taumel ſtolzer Sicherheit und Selbſtverblendung!
Nun, haben Sie nicht auch eine Zunge, um zu reden, und doch ſchweigen Sie? fragte Gualtieri lächelnd.
Nein, ich habe nicht geſchwiegen, rief Gentz begeiſtert, ich habe meine Pflicht als Staatsbürger und als Menſch erfüllt, und dem König die Wahrheit geſagt.
Das heißt?
Das heißt, ich habe an den König geſchrieben, nicht mit hunde⸗ wedelnder Unterthanen⸗Devotion, ſondern wie ein Mann, der viel ge⸗ ſehen, viel gedacht, viel erfahren hat, und der zu einem jüngern Mann ſpricht, welcher berufen iſt, eine bedentende Rolle zu ſpielen, und das Glück von Millionen Menſchen in Händen hält. Es wäre ein Frevel gegen Gott und die Menſchheit, wenn man einem ſolchen Mann nicht die Wahrheit ſagen wollte, wenn man die Wahrheit weiß. Weil ich glaube, ſie zu wiſſen, habe ich ſie dem König geſagt. Nicht in einem Brief, den er heute leſen und morgen in den Papierkorb gedruckten Schreiben, das ich, ſobald
werfen kann, ſondern in einem ten, in Tauſenden von
ich nur erfahren, daß der König es erhal Eremplaren in der Welt verbreiten werde. Und Sie glauben, daß der König Ihren gedruckten Brief anneh⸗
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