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und da fanden die Arbeiter es, als ſie Morgens auszogen an ihr Tagewerk.
Und ſolltet Ihr nicht beim Ausſtreuen ein wenig behülflich geweſen ſein, mein lieber Meiſter Wenzel?
Ich? Gott und die heilige Jungfrau mögen mich behüten, rief Meiſter Wenzel entſetzt. Ich hab' das Lied geſungen, ſo gut wie die Andern, und hab's geſungen nach der Melodie, welche ich die Anderen ſingen hörte.
Und das war brav von Euch, denn es iſt wirklich ein hübſches Lied, ſagte Thugut, leicht mit dem Kopf nickend. Lieder haben ja das gewöhnlich an ſich, daß kein Wort in ihnen wahr iſt, und das nennt man darum Poeſie. Geht alſo jetzt, mein poetiſcher Herr Wenzel und Ihr Andern, die Ihr vom ſogenannten Volk als Friedensboten an mich abgeſandt worden. Sagt Euren Auftraggebern, ich bewilligte ihnen diesmal in Gnaden noch ihre Bitte und gäbe ihnen Frieden, das heißt, ich ließe ſie laufen und ſperrte ſie nicht in's Loch, wie ſie's ver⸗ dienten, ſondern ich ließe Euch Alle noch einmal in Frieden ziehen. Wenn's Euch aber noch einmal gelüſten ſollte, einen Straßenſcandal zu machen und das ſchöne Lied zu ſingen, ſo ließe ich Euch Alle ein⸗ ſperren und wollte Euch Gaſſenlaufen lehren, daß es eine Luſt ſei. Fort mit Euch!
Er wandte den zitternden Männern den Rücken und achtete gar nicht auf die ehrerbietigen Kratzfüße und Bücklinge, mit denen ſie ſich verabſchiedeten, um dann mit leiſen aber haſtigen Schritten von dannen zu eilen, wie erſchreckte Mäuſe aus der Höhle eines Löwen.
Und jetzt, mein lieber Graf, da unſer Frühſtück beendet iſt, wandte ſich Thugut an den Grafen, jetzt bitte ich Sie, mit mir in mein Ca⸗ binet zurückkehren zu wollen, denn ich denke, wir haben einander noch mancherlei zu ſagen!


