Director, und gehen Sie hinunter, Herrn Premierminiſters gemäß zu ertheilen.
Der Director that, wie ihm befohlen. Er überreichte Thugut die Liſte der gefangenen Aufſtändiſchen und zog ſich dann, rückwärts gehend, auf den Corridor zurück.
Und wir? Können wir auch gehen, Excellenz? fragte Meiſter Wenzel ſchüchtern.
Ja, Ihr könnt gehen, ſagte Thugut. Aber unter einer Bedingung! Ihr müßt mir erſt das Lied ſagen, welches das ehrenwerthe Volk brüllte, als Ihr hierher kamt, Meiſter Wenzel.
Ach, Excellenz, ich weiß nur einen einzigen Vers davon aus⸗ wendig.
Nun alſo, den Einen Vers! Sprecht ihn raſch, denn ich ſage Euch, Ihr werdet jene Thür dort nicht überſchreiten, bevor Ihr mir den Vers declamirt habt. Sei es aber, was es ſei, Ihr dürft Euch nicht ängſtigen, denn ich verſpreche Euch, daß Ihr ſtraflos blei⸗ ben ſollt.
Nun denn, ſagte Meiſter Wenzel ganz verzweiflungsvoll, ich glaube, der Vers lautete ſo: riumph, Triumph! Es ſiegt die gute Sache! ie Fürſtenknechte flieh'n!
Laut tönt der Donner der gerechten Sache Nach Wien und nach Berlin.*)
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Wirklich ein recht hübſches Lied das, ſagte Thugut, und könnt Ihr mir ſagen, wer Euch dies Lied gelehrt hat?
Nein, Excellenz, das weiß Keiner, es war auf den Straßen, in den Häuſern als Flugblatt ausgeſtreut in viel tauſend Exemplaren,
*) Die Anfangsſtrophe eines Gedichtes, das damals(1797) überall in Deutſchland geſungen ward und ein Ausfluß war der voreiligen und kurzſich⸗ tigen Freude, mit welcher die Deutſchen das Siegen und Fortſchreiten der fran⸗ zöſiſchen Republik feierten. Und nicht bloß das Volk ſang dieſes Lied, ſondern ſogar in excluſiven ariſtocratiſchen Kreiſen war es beliebt. Die Gräfin Pachta, Rahel's Freundin, citirt es ſogar in einem Fre an Rahel. Siehe: Gallerie von Bildniſſen aus Rahel's Umgang. Theil I. Seite 179.
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