Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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IV.

Die Conferenz der Staatsminiſter.

Baron Thugut reichte dem Grafen ſeinen Arm und führte ihn

wieder zurück in ſein Cabinet. Ich ſehe eine Frage auf Ihrer

Stirn, ſagte Thugut lächelnd. Wollen Sie mir dieſelbe nicht mit— theilen?

Nun ja denn, Excellenz, rief Graf Saurau, darf ich Sie alſo fragen, was dies Alles bedeutet? Weshalb Sie den Polizeidirector, der offenbar ſeine Pflicht verſäumte und nicht wachſam geweſen, dennoch entſchuldigten und weshalb Sie dieſe Kerle laufen ließen, ſtatt ſie zu Tode prügeln zu laſſen?

Sie waren verreiſt, mein lieber Graf? Sie waren ſeit drei Ta⸗ gen von Wien abweſend, weil Sie die Majeſtäten auf ihrer Reiſe nach Preßburg geleiteten und ſind erſt vor einer Stunde von dort zurück gekehrt. Iſt es nicht ſo?

Es iſt ſo, Excellenz.

Sie konnten alſo nicht wiſſen, was während der Zeit hier in Wien geſchah, und der Director konnte Ihnen keine Meldung davon machen. Er kam alſo zu mir und meldete mir, daß ein gegen die beiden Kaiſer— Sie wiſſen doch, daß das Volk uns di Ehre anthut, uns die beiden Kaiſer von Wien zu nennen?— alſo ein Aufſtand gegen uns Beide beabſichtigt ſei und daß unſere Gegenpartei einen Verſuch machen wolle, uns zu ſtürzen. Es war Geld unter das Volk vertheilt, der Fürſt Carl Schwarzenberg ſelber hatte ſich einige unvorſichtige Aeußerungen entſchlüpfen laſſen, genug, jene Partei, welche mich haßt, weil ich das aufrühreriſche Belgien nicht für einen unverlierbaren Edelſtein in der Krone Oeſterreichs halte und dem Kaiſer nicht rathe, es um jeden Preis zu behalten, jehe Partei, welche uns Beide verwünſcht, weil wir nicht einſtimmen in die be⸗ geiſterten Lobhymnen auf die franzöſiſche Republik und den Republikaner genetal Bonaparte, jene Partei hat den nichtsnutzigen Pöbel gedungen,

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