Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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Dies über ſich. Ich darf, ich kann nicht ſinitn müßig bleiben.

Nein, ſagte Thugut gelaſſen, wir wollen auch nicht länger müßig

bleiben! Es iſt meine Frühſtücksſtunde, und ich lade Sie daher ein, mein Gaſt zu ſein. Kommen Sie, laſſen Sie uns in den Speiſe⸗ ſaal gehen!

Er reichte dem Grafen ſeinen Arm und ging mit ihm in den an ſtoßenden Salon. In der Mitte deſſelben ſah man einen gedeckten mit allerlei Speiſen und Weinen geſchmückt und wie jederzeit mit acht Couverts belegt; denn Baron Thugut hielt täglich, wenn er nicht eingeladene Gäſte bei ſich ſah, offene Tafel für ſieben ungeladene Gäſte, und ſeine vertrauteren Bekannten oder die mit ſeiner Gunſt Begna⸗ digten verſäumten es niemals, ſich allwöchentlich einmal zu den be⸗ kannten und unveränderlichen Frühſtücks⸗ und Mittagsſtunden des Mi⸗ niſters einzufinden.

Heute indeß begegnete Thugut's raſcher und ſuchender Blick nicht einem einzigen Gaſt. Niemand befand ſich in dem Zimmer, außer den acht Lakaien, die hinter den Stühlen ſtanden. Sie hatten, den ſtrengen und unerſchütterlichen Sinn ihres Herrn kennend, ihre ge

wohnten Plätze eingenommen, aber ihre Geſichter waren farblos und ihre Blicke richteten ſich mit dem Ausdruck höchſter Seelenangſt den Fenſtern zu, welche eben wieder von dem Donner der gegen die Hötel⸗ thüren gerichteten Fauſtſchläge erzitterten.

Memmen, murmelte Thugut leiſe, indem er ſich zu ſeinem Sitz am obern Ende der Tafel wandte und den Grafen Saurau bedeutete,

1 . neben ihm Platz zu nehmen. In dieſem Augenblick indeß ward die Thür, welche in die Anti

chambre führte, heftig aufgeriſſen, und der Haushofmeiſter ſtürzte mit angſtbleichem Geſicht herein.

ſchreitet alles Maaß, rief der der Polizeiminiſter außer