Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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hättet, würden die Soldaten Euch doch überlegen ſein, denn die Meiſten von Euch würden doch davonlaufen, wenn's zum Kampf kommt, und die andern würde man in's Hundeloch ſperren. Ich will Euch aber den Gefallen thun und Euch ſagen, was in den Wagen ſteckt, denn ich weiß es. Wollt Ihr's auch wiſſen?

Ja, ja! Wir wollen's wiſſen! ſchrie und jauchzte die Menge. Still doch, Ihr da! Schreit nicht ſo laut! Laßt uns hören, was in den Wagen ſteckt! Still! Still!

Eine Todtenſtille trat ein, Jeder hielt den Athem an, um zu hören.

Nun hört! Nicht die Leichen Eurer Kaiſer ſind in dieſen Wagen, ſondern die Juwelen und das Gold unſers Kaiſers! Der Staatsſchatz iſt es, den man aus Wien flüchtet, den man nach Preßburg bringt, weil man ihn hier nicht mehr für ſicher hält.*) Seht, ſeht, dahin iſt es gekommen, daß unſere Kaiſerfamilie, daß ſelbſt der Staatsſchatz aus Wien ſich retten muß! Und wer iſt Schuld an dieſem ganzen Unheil und dieſer Noth? Wer iſt es, der uns die Franzoſen auf den Leib gehetzt hat, und der ganz Oeſterreich mit Krieg und Unheil über⸗ ſchwemmt? Soll ich's Euch ſagen, wer das thut?

Ja, ſagt es uns! Sagt es uns! rief man von allen Seiten. Rache dem, der Oeſterreich in Krieg und Unheil ſtürzt und macht, daß der Kaiſer und der Staatsſchatz fliehen muß!

Der Redner wartete, bis die Wogen des brauſenden Volkszorns ſich wieder beruhigt hatten, dann ſagte er mit ſeiner klaren, weittönen⸗ den Stimme: der Premierminiſter Baron von Thugut iſt daran Schuld! Er will nicht, daß wir Frieden haben mit Frankreich! Er läßt uns lieber Alle verderben, ehe er Frieden ſchließt mit der franzöſiſchen Republik!

Aber wir wollen nicht verderben, brüllte die Menge. Wir wollen nicht wie Hammel uns zur Schlachtbank führen laſſen! Nein, nein,

*) Allgemeine Geſchichte der neueſten Zeit vom Tode Friedrichs des Großen bis zum zweiten Pariſer Frieden. Von Joſeph Freiherrn von Hormayer. Bd. I. S. 350.