Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Rastatt und Jena : 1. Band (1859)
Entstehung
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ſaß. Zu beiden Seiten aber ritten in dicht geſchloſſenen Reihen die Huſaren aus der ungariſchen Leibgarde des Kaiſers.

Langſam und ſchwer zogen die Pferde die ſeltſam geheimnißvollen Wagen dahin, mit dumpfem Donnern rollten die eiſernen Räder über das holprichte Pflaſter, und dieſer Donner dröhnte in den Ohren und Herzen der entſetzten, bleichen Zuſchauer wieder wie die Schreckenslaute eines neuen Ungewitters.

Was war in dieſen geheimnißvollen Wagen verborgen? Was konnte es ſein, das man ſo ſorgſam bewacht dahin fuhr?

Das fragte ſich Jeder, aber nur leiſe in ſeinem Herzen, denn Keiner mochte es wagen, mit einem lauten Wort, einer neugierigen Frage dieſes dumpfe, ängſtliche Schweigen zu unterbrechen. Jeder ſchien gebannt von den finſtern Blicken der Huſaren, betäubt von dem Raſſeln der Räder.

Aber als endlich dieſer lange Wagenzug drüben in jener Straße verſchwunden war, als der Letzte des Huſaren⸗Detachements, das ihm folgte, den Platz verlaſſen und dem gaffenden Volk den Rücken gekehrt hatte, da wandten ſich die Blicke der Menge wieder den Rednern zu, welche vorher zu ihm geſprochen und ihm erzählt hatten von dem Un⸗ glück Oeſterreichs und dem Siegerglück des jungen franzöſiſchen Ge⸗ nerals Bonaparte.

Was iſt in dieſen Wagen? ſchrie die Menge. Wir wollen's wiſſen und wir müſſen's wiſſen!

Wenn Ihr's wiſſen müßt, warum habt Ihr da nicht vorher die Soldaten ſelber gefragt? rief eine höhniſche Stimme aus dem Haufen.

Ja wohl, lachte eine andere, warum ſeid Ihr nicht an die Wagen herangetreten und habt angeklopft? Vielleicht wäre der Teufel dann herausgefahren und hätt' Euch ſein ſchmuckes Antlitz gezeigt.

Das Volk achtete nicht auf dieſe höhniſchen Bemerkungen der Ein⸗ zelnen. Es fuhr fort, ſich zu beunruhigen und zu ängſtigen, es er⸗ ſchöpfte ſich fort und fort in Vermuthungen über den Inhalt dieſer Wagen.

Am Ende ſind es die Särge der kaiſerlichen Ahnen, welche man aus der Kapuzinergruft genommen, um ſie zu retten vor den Fran⸗