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Mal überkam ſie ein unausſprechliches Bangen, eine namenloſe Beklemmung! Es war ihr, als ob da drinn in ihrer Bruſt eine Stimme flüſtere: kehre um! Kehre um! Wende Dein Herz zu Gott! Bete, bete, daß er Dich rein erhalte von Schuld und Sünde! Hinter dieſer Thür wohnt für Dich das Unheil, und die Schande, die glänzende, vergoldete, prunkende Schande zwar, aber immer doch die Schande! Wende Deinen Fuß rückwärts und fliehe dieſes Haus, das Deine Seele verderben wird!—
Aber da war noch eine andre Stimme, und wie ſüß und lockend klang nicht dieſe!
Hinter dieſer Thür, ſagte ſie, wohnt für Dich Reichthum und Glanz! Einmal dieſe Schwelle über⸗ ſchritten, wirſt Du die Macht haben, all dieſe über⸗ müthigen, hochfahrenden und ſtolzen Damen zu de⸗ müthigen, welche Dir jetzt mit vornehmer, gering⸗ ſchätzender Freundlichkeit begegnen! Du wirſt vornehm, geehrt, und glänzend ſein, wie ſie Alle! Du wirſt Rache nehmen können für alle Demüthigungen und Schmerzen, die Du erduldet, Du wirſt endlich dieſe ſtolze, heuchleriſche Gräfin unter Deine Füße treten, welche Dich ihren Dienerinnen beigeſellt und ſich wie eine Königin über Dich erhaben dünkt! Oeffne alſo dieſe Thür, und alle Güter der Erde ſind Dein!


