Oh, ſagen Sie das nicht! Ich will, ich darf mir meiner Gefühle nicht klar bewußt werden. Laſ⸗ ſen Sie mich einen Schleier über mein Herz werfen,— einen tiefen, undurchdringlichen Schleier!— Sie ſchwieg und verbarg ihr Antlitz in ihren Händen.
Edles, großmüthiges Weſen! ſagte die Gräfin gerührt. Ja, Sie haben Recht, Sie müſſen dies Haus noch heute verlaſſen! Es gibt kein anderes Mittel dieſen Conflict zu löſen. Aber wohin wollen Sie gehen? Wer nimmt Sie auf?
Gott iſt der Waiſen Vater! ſagte Mariane feier⸗ lich. Ich werde überall unter ſeinem Schutze ſein!
Und Sie werden mir erlauben, für Sie zu ſor⸗ gen? Sie werden fühlen, daß es mir eine heilige Pflicht iſt, Ihre nächſte Zukunft wenigſtens zu ſichern, und Ihnen mindeſtens dadurch meine Dankbarkeit zu beweiſen!
Oh, wenn Sie wirklich glauben, mir verpflich⸗ tet zu ſein, ſo gibt es noch ein anderes Mittel mir dies zu zeigen!
Nun, und das wäre? 8
Schonen Sie Ihren Sohn! Laſſen Sie ihn nie⸗ mals ahnen, daß ich das Geheimniß ſeiner Liebe verrieth! Seien Sie ihm mild und gütig, und wenn er traurig iſt, ſo fragen Sie ihn nicht um ſeine Schmer⸗


