Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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was immer Sie auch beginnen mögen, Sie werden mich niemals zu einer Meineidigen machen! Eines Tages, wenn dieſe Feſſeln von mir abfallen, wenn ein mitleidiger Tod zugleich meinen armen Vater von ſeinen Leiden und mich von meinen Pflichten gegen ihn erlöſt, will ich mit reinem Bewußtſein und hoch⸗ erhobenem Haupte dieſes Haus verlaſſen, um der Welt ſagen zu können:Ich bin nicht dieſes verlorne und entartete Weib, für welches Ihr mich hieltet. Ich habe geſündigt, aber meine Sünden waren die Ergeb⸗ niſſe meiner Tugend; ich habe gelächelt und coquettirt, aber unter meinem Lächeln verbarg ich meine Thränen und mit meinen Coquetterien kaufte ich meinem Vater Martern und Schmerzen ab. Ich habe den Schein der Sünde auf mich geladen, aber meine Seele iſt rein geblieben! Nehmt mich alſo auf und lehrt mich die Vergangenheit vergeſſen, reicht mir Eure Hand und heißt mich willkommen, Ihr Guten und Tu⸗ gendhaften!

Und Sie glauben, daß Ihnen die Welt Glauben ſchenken werde? unterbrach ſie der Graf. Armes, unſchuldiges Mädchen, wie wenig kennen Sie alsdann die Welt, wie wenig kennen Sie vor Allen die ſoge⸗ nannten Guten und Tugendhaften! Niemand iſt här⸗ ter, unerbittlicher, grauſamer, als dieſe Tugendhaften