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Wie ſie auf dem Teppich kniete, die Arme über der Bruſt gekreuzt, die funkelnden Augen mit ſchwär⸗ meriſchem Ausdruck auf den Prinzen geheftet, glich ſie einer Odaliske, in ihrer zugleich demüthigen und üppigen Schönheit.
Der Prinz war immer noch in dem Alter, einem Weibe leichter zu verzeihen, wenn ſie jung und ſchön, als wenn ſie alt und häßlich iſt.
Er blieb daher vor Marianen ſtehen, und reichte ihr lächelnd die Hand dar. Stehen Sie auf, ſagte er, ich bin kein Richelieu, und wenn ich es wäre, ſo haben wir doch in Deutſchland keine lettre de cachets und keine Baſtille. Stehen Sie auf!
Sie richtete ſich an ſeiner Hand leicht und ge⸗ ſchmeidig wie eine Gazelle empor und ſtand jetzt auf⸗ gerichtet vor ihm. Der Prinz bewunderte innerlich ihre wund e Geſtalt, ihre feine Taille, ihre volle, herrlich geformo
Sie geben mir Ihr feierliches Wort, niemals und keinem Menſchen zu verrathen, was Sie eben gehört?
Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, Durchlaucht.
Der Prinz lächelte. Sie ſchwören ja, wie ein junger Offizier! Haben denn die jungen Mädchen Vijetzt auch Ehre?


