Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Deine Schweſter, Antonie, glaube mir, glaube mir,

ſie iſt Deine Schweſter!

Ich weiß es ja, Mama, ſagte die Kleine, indem ſie zu der Wiege hüpfte und das wieder eingeſchlum⸗ merte Kind zärtlich küßte. Es iſt mein liebes Schwe⸗ ſterchen, und ich habe ſie lieber als Alles Andere auf der Welt!

Das junge Weib nahm Antoniens Hand und legte ſie auf die Stirne ihres Kindes. Schwöre mir Antonie, ſagte ſie dann mit feierlichem Ernſt, ſchwöre mir Deine kleine Schweſter niemals zu verlaſſen,

ſchwöre mir, in Liebe und Treue Dich ihrer anzuneh⸗

mrn, und ihr, wenn ich ſterbe, eine Mutter zu ſein!

Du darſſt nicht ſterben! rief Antonie, ſich mit angſtvoller Zärtlichkeit an ihre junge Stiefmutter an⸗ ſchmiegend. D Mama, Du darſſt nicht ſterben! Du darfſt mich und die kleine Marie nicht allein zurück⸗ laſſen bei dem armen, kranken Papa! Oh ich fürchte mich ſo ſehr vor ihm!

Ich auch! murmelte das junge Weib in ſich er⸗ ſchauernd. Ach ich fürchte ihn ſo ſehr, daß ich mich in das Grab flüchten möchte vor ſeinem Blick.— Dann richtete ſie, wie aus einem Traum erwachend, die Blicke wieder auf ihr Kind. Du haſt mir noch nicht Deinen Schwur geleiſtet, Antonie! Oh Kind,