31 Das iſt nicht recht von Dir, Papa! Es thut ſo weh, weinen zu müſſen, und man friert ſo, wenn man traurig iſt!
Ja, ja, man friert, wenn man traurig iſt, wie⸗ derholte der Major gedankenvoll. Komm her zu mir, Antonie, komm und wärme mich mit Deinem Lä⸗ cheln, denn ich bin auch traurig und mein Herz friert ſo ſehr.
Sofort flog das Kind in ſeine Arme und lehnte ihr kleines liebliches von goldenen Locken umwalltes Köpfchen an ſeine Schulter. Du ſollſt nicht traurig ſein, ſagte ſie mit einem rührenden ernſten Eifer, Keiner von Euch ſoll traurig ſein, und wenn's der liebe Gott doch durchaus will, daß Einer von uns weinen muß, ſo will ich es ſein! Ja, Papa, ich will für Euch Alle weinen, ach, ſo viel weinen, daß für Euch gar keine Thränen übrig bleiben, und Ihr Alle luſtig ſein müßt.
Karoline, welche das Kind wieder beruhigt hatte, nickte der kleinen Antonie mit einem Ausdrucke zärt⸗ licher Wehmuth ihren Gruß zu, während der Ma⸗ jor, mechaniſch in des Kindes Locken ſpielend, ge⸗ dankenvoll und ernſt vor ſich hinſtarrte.
Und nun ſage, daß Du wieder heiter ſein, und uns nicht mehr mit Deinem böſen Blick anſchen


