Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

zuzuflüſtern:Wartdorf ſchleicht zu Deinem Weibe, und mordet Deine Ehre! und ſie ſagten, dies Alles ſei nur ein Traum meiner Phantaſie! Nur ein krankhaftes Hirngeſpinnſt! Sie ſagten, der graue Dämon, welcher zu Wilna mich gepackt, er ſei wieder da, und kralle in mein Gehirn hinein, und die Wolke habe ſich wieder über meine Augen gelegt, daß ich Dinge ſähe, welche nicht wirkli ſeien, und vor Bil⸗

dern erſchrecke, welche der Dämon in mein Gehirn

gezeichnet.

Und ich that, als ob ich ihnen glaubte, ich lehrte meinen Mund lächeln, mein Auge heiter blicken und verſchloß die Qual in mein zuckendes Herz. Ich machte ſie ſicher, weil ich Gewißheit haben wollte. Ich that dieſem Wartdorf, welchen ich haßte bis zum Sterben, ich that ihm freundlich und lud ihn in unſer Haus, oh, ich that mehr, ich ließ ihn als Zeugen bei der Taufe Deines Kindes gegenwärtig ſeiny und be⸗ obachtete ſeine Züge, als der Prieſter dem Kinde mei⸗ nen Namen gab! Keine Muskel ſeines Antlitzes zuckte, aber er heftete ſeine Blicke auf mein junges Weib, und ſie erglühte wie Purpur unter dieſem Blick! Was war das? War es das Bewußtſein begangener Schuld, oder war es das Geſtändniß einer zukünf⸗ tigen Schuld, welches ihre Wangen röthete?