Nein, nein, murmelte er jetzt, nicht Du haſt mich, ſondern ich habe Dich verlaſſen! Du liebteſt mich und tröſteteſt mich, bis Deine Leiden und der Tod Dich von meiner Seite riß! Und ich ſchwur in Deine ſterbende Hand, Dich ewig zu lieben und Dich nie⸗ S mals zu vergeſſen! Ach, Sophie, ich bin meinem Schwur untreu geworden, und es iſt deshalb, daß Gott mich ſtraft! Ja, ja, ich habe dieſe reine und heilige Liebe, mit welcher Du mein Leben verklärteſt, verlaſſen und mein Herz mit ſündigen Flammen und verzehrender Leidenſchaft erfüllt. Aber Gott hat Dich gerächt, ſiehe, was ich leide! Und dennoch, fuhr er wilder und heftiger fort, dennoch kann ich mein Herz nicht losreißen von dieſer Liebe, welche meine Lebens⸗ kraft zerſtört, und welche aus dem Greiſe mit grauem Haar einen Jüngling mit glühendem Herzen gemacht. Ach, Sophie, ich liebe mein junges Weib, ich bete ſie an, und ſie hat mich betrogen!— Nein, nein, ich verleumde ſie! Sie iſt ein Engel an Reinheit, ich habe ihre Unſchuld beleidigt, indem ich ſie verdächtigte, und ich will hingehen, und dieſen Mann um Verzei⸗ hung bitten, den ich ſo tief gekränkt!
Ein Schauer durchfuhr ſeine ganze Geſtalt und er preßte laut ächzend die Hände vor ſeine Bruſt. Und wenn ſie nun doch ſchuldig wäre? 5 da


