auf einer ſchönen Landſtraße neben einer ſchönen Frau durch die ſchöne Welt zu fahren.
Dies Glück empfand das junge Paar, das mit
heitern, ſtrahlenden Blicken, keinen unbefriedigten Wunſch im Herzen, glückſelig dahin fuhr durch die— ſchöne Gotteswelt, und von der Zukunft nichts ver⸗ langte, als daß ſie ſei wie die Gegenwart.
Aber das Glück eines„ſchönen Reiſewagens“ kann zuweilen getrübt werden, und es war wegen eines gebrochenen Rades, daß das junge Paar einen ganzen Tag in einem elenden kleinen öſterreichiſchen Städtchen verweilen mußte.
Aber dies kümmerte ſie wenig. Waren ſie doch neben einander, was kümmerte es ſie, wo ſie waren!
Auch war die Gegend lieblich und angenehm, und Arm in Arm wandelten ſie durch die engen 6 Straßen, um auf die Promenade vor der Stadt zu gehen. Da, bei einer Biegung der Straße, lag das lieblichſte Thal vor ihnen.
Sieh, wie ſchon, ſagte Sophie, o wie lieblich iſt dies! Komm laß uns hier ausruhen, und zeichne mir dieſe Landſchaft.
Sie ſetzten ſich auf die ſteinerne Bank vor dem kleinen Hauſe dicht an der Ecke, und Carl zog ſein Portefeuille hervor, um zu zeichnen.
In dieſem Augenblicke war es, daß Minna0 durch das geöffnete Fenſter des Hauſes laut ſpre⸗ chende Stimmen vernahm, deren eine ihr wunderbar bekannt erſchien.


