Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
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mein Geliebter, ſo laß uns unſern Reichthum an⸗ wenden zum Nutzen Anderer, zur Hülfe der Armuth. Laß uns die Armen in unſere Fabriken rufen, und ihnen helfen, indem wir ihnen Arbeit geben. Ach Otto, wenn ſich dann viel fleißige Hände um uns regen, wenn wir den Armen Arbeit, den Hungern⸗ den Speiſe geben, wenn wir inmitten unſerer Arbei⸗ ter ſelber wirkend und ſchaffend einher gehen, dann will ich wieder mit Stolz und Freude ſagen, daß ich eine reiche Frau bin! Reich an Liebe und an Glück, reich, weil ich geben kann!

O mein Kind, meine theure Tochter, rief Mut⸗ ter Anna, Minna mit Freudenthränen an ihr Herz drückend, Gott ſegne Dich für dieſes Wort! Nun kann ich in Frieden ſterben, denn Du wirſt glücklich ſein!

Nein, Mutter, leben ſollſt Du, und uns beglei⸗ ten, ſagte Otto; für Dich iſt noch lange nicht Zeit zum Sterben. Denn Du haſt noch vieles zu thun hienieden, und zu wirken! Du mußt mit uns ge⸗ hen, Mutter, und uns helfen die Armen zu unter⸗ ſtützen, Du mußt überall uns nahe ſein mit Rath und That!

Wenn Euch meine alten Hände noch nützen können, ſagte ſie, wohlan, dann gehe ich mit. Aber verſprich mir, Otto, daß Du nicht fordern willſt, ich ſolle nun die Hände ruhig in den Schooß legen in nichtsthueriſcher Faulheit. So lange ich lebe, will ich arbeiten, denn nur, wenn ich in der Welt noch etwas nütze, kann ich die Welt noch lieben!

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