Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
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len Sie ſich weiden an meiner Qual, an meinen Schmerzen? Gehen Sie! Sie ſehen, ich leide nicht, denn ich weine nicht! Gehen Sie, denn ich haſſe Sie, und Ihr Anblick zieht mein Herz zuſammen in Haß und Grimm.

Und warum iſt es, daß Sie mich haſſen? fragte Minna mild.

Sie allein ſind Schuld an dem Tode meines

Sohnes, rief Madame Jelſa heftig, Sie allein!

Minna ſagte ernſt: Sie wiſſen, daß dem nicht ſo iſt! Und wenn Udo die Schuld einer Andern büßt, ſo war doch hierbei nicht ich die Schuldige!

Und wer denn? rief Madame Jelſa. Was wol⸗ len Sie mit dieſen Worten ſagen?

Ich will damit ſagen, erwiderte Minna, die Hand auf Udo's kalte Stirn legend, ich will damit ſagen, daß dieſer Todte unſchuldig war an ſeinem Tode, und daß nicht in ſeiner Seele MWordge⸗ danken wohnten!

Die beiden Frauen blickten ſich lange einander an, und Madame Jelſa fühlte, daß Minna ſie ver⸗ ſtanden habe..

Dies aber vermehrte nur noch ihren Haß und Grimm gegen ſie, und ſie ſagte finſter: dennoch ſind Sie ſchuld an ſeinem Tode, denn Udo liebte Sie!

Und ſeine Mutter wünſchte, daß ich ſein Weib werde flüſterte Minna.

Nun wohl, ſagte ſie wenn Sie es denn wiſſen, ja, ich wünſchte dies. Aber denken Sie nicht, daß ich Sie liebte, als ich dies wünſchte, denken Sie

II. 16