Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
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hatte der arme Udo das Verbrechen ſeiner Mutter mit ſeinem Leben büßen müſſen.

Alle ärztliche Hülfe war umſonſt geweſen, und nach wenigen Tagen furchtbarer Qual hatte endlich der Tod ihn erlöſt. Heute ſollte er beerdigt wer⸗ den, und Minna ging hinauf, die Leiche noch ein⸗ mal zu ſehen.

Es war, bei einer von der Polizei angeſtellten

Unterfuchung nichts Verdächtiges, was gegen ſeine

Mutter hätie zeugen können, ermittelt worden.

Die Ausſage der Magd, welche geſehen, daß Madame Jelſa jenen Morgen Udo aus dem Vor⸗ zimmer geholt, und ihre Worte vernommen, hatte dazu beigetragen, ihre Unſchuld zu beſtätigen, und ſo ward der blödſinnige Udo als der alleinige Ur⸗ heber einer That angeſehen, die er ſelber mit dem Tode büßen mußte.

Nur Minna war in ihrem Herzen feſt über⸗ zeugt, daß ſeine Mutter ſelber jenes Verbrechen be⸗ gangen, und wenn ſie dennoch jetzt ihr einen Beſuch machen wollte, ſo geſchah dies, weil die harte Strafe der Verbrecherin Minna's Mitleid wach rief, und ſie mit ihrer Unthat faſt verſöhnte.

Sie fand Madame Jelſa neben der Leiche ihres Sohnes ſitzen, in dumpfem hinbrütenden Schmerz, und erſt als Minna ſie anredete, ſchreckte ſie auf, und blickte Minna an mit dem Ausdruck des fin⸗ ſterſten Haſſes.

Was wollen Sie hier? fragte ſie ſtteng. Was

wollen Sie neben der Leiche meines Sohnes? Wol⸗