Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
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20 richtete er ſich auf, und ſchien ruhig und et⸗ geben. Was klage ich denn, ſagte er leiſe, habe ich ſie

denn verloren, wenn ſie mich nicht liebt? Bleibt ſie mir denn nicht, wenn ihr Herz mir auch nicht gehört? Ach, kann ich ſie denn zur Liebe zwingen und zur Treue, weil ſie mein Weib iſt? Ach das Herz iſt wunderbar und unerforſchlich, es läßt ſich ja nicht gebieten, und befehlen. Und hätte ich tau⸗ ſend Eide geſchworen, Minna zu vergeſſen. ſie nicht mehr zu lieben, ich würde ja dennoch alle dieſe Eide brechen, und ſie lieben, ewig, immerdar. Und iſt's nicht umgekehrt ſo mit ihrem Herzen? Haben ihre Lippen auch den Eid der Treue geſprochen, und den Schwur der ewigen Liebe, ihr Herz kann dennoch dieſen Eid nicht halten und nicht erfüllen, was der Mund gelobt. Sollte ich ihr deshalb zürnen, kann ich ihr, meiner Minna, deshalb Vorwürfe machen? Und dann, ſagte er, und ein Hoffnungsſtrahl fuhr durch ſeine Bruſt, kann es nicht ſein, daß ich mich täuſchte, daß dies Erröthen, dies Lächeln zufällig, ober einen andern Grund hatte? Ach und wäre es auch ſagte er nach langer Stille mit ſchmerz⸗ vollem Ton, wäre es auch, daß ich mich täuſchte, bin ich deshalb weniger unglücklich? Sie liebt mich ja nicht, das iſt der große, furchtbare Schmerz, und ob ſie einen Andern liebt, das gilt dann gleich! O mein verlornes Glück!

Nun ſchwieg er, und ſank troſtlos nieder auf