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mild; komm, ſtehe auf, Udo, und küſſe mich, wie Du Dein Cruecifir küſſeſt!
Udo flog empor mit einem gellen Freudenſchrei, er preßte Minna in ſeine Arme, und drückte ſie feſt, feſt an ſein Herz, und bedeckte ihren Mund, ihren Hals mit ſeinen Küſſen.
Vergebens ſtrebte Minna ſich aus ſeinen Armen zu befreien. Feſt, wie mit eiſernen Banden hielt er ſie umſtrickt, und als ſie angſtvoll jetzt den Blick zu ihm erhob, begegnete ſie ſeinen Augen, die im Feuer der Liebe und des Entzückens leuchteten, eines Entzückens das nichts mehr gemein hatte mit dem Wahnſinn. Minna fühlte, daß es nicht ein blödſinniges Kind, ſondern, daß es ein Jüngling war, ein liebender Jüngling, der ſie in ſeinen Armen hielt, und ihre Seele erbebte in Angſt und Entſetzen vor der ent⸗ feſſelten Gluth dieſes Jünglings.
Ich befehle es Dir, mich los zu laſſen, rief ſie mit einem ſo zornigen Ton, daß Udo zuſammen zuckte, und plötzlich, die Arme ſinken laſſend, ſchüch⸗ tern zurück trat. Schon begannen die Funken des Verſtandes in ſeinem Antlitz zu verblaſſen, und als Minna ihm jetzt zürnend den Rücken wandte, ſagte er weinend: Udo artig ſein will! Udo nie wieder den Engel küſſen willi*
An der Thür draußen aber ſtand Madame Jelſa heen und als ihr Sohn Minna in ſeinen Armen
ielt, ſagte ſie mit einem boshaften Lächeln: der Knabe iſt gar nicht ſo dumm, wie man denken ſollte; er kommt meinen Planen ja, ohne es zu wiſſen,


