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fallen? Und als er geſtern zu Bette ging, ſah ich ihn nieder knieen, die Hände falten und leiſe die Lippen bewegen. Als ich ihn fragte, für wen er bete, ſagte er mit einem entzückten Lächeln: für Minna, meinen Engel!
Kommen Sie, laſſen Sie uns zu ihm gehen, ſagte Minna in edler Aufwallung, ich habe ihn heute noch nicht geſehen, und muß ihm meinen Morgengruß bringen!
Sie eilte der Freundin voran die zweite Stiege hinauf und trat unangemeldet in das Gemach, in welchem der arme blödſinnige Jüngling ſaß, den Kopf in die Hand geſtützt, vor ſich hinſtierend, und ſein ſchönes Antlitz überfluthet von Thränen.
Warum weint Udo? ftagte Minna mit ſanftem Ton, und legte ihre Hand leiſe auf Udo's Schulter.
Er ſchreckte zuſammen, und blickte empor, und als er Minna erkannte, drang ein ſchriller, durch⸗ dringender Schrei der Freude von ſeinen Lippen.
Udo nicht mehr weint, ſagte er aufſpringend, Udo nicht traurig iſt, denn Engel Minna iſt da, Udo ganz glücklich, ganz zufrieden iſt.
Und will Udo auch nicht mehr weinen? fragte Minna, ihn theilnahmsvoll betrachtend.
Udo nie mehr weint, wenn Engel Minna es nicht will, ſagte der Kranke ſchüchtern; Udo immer lachen will.
Und zur Beſtätigung ſeiner Worte brach er in ein lautes Lachen aus, das aber herzerſchütternd und wehmüthig zu hören war.


