ſein könnte, und daß ſie vollkommene Macht und Freiheit hätten, mit Ihren Renten zu thun, wie es Ihnen beliebe, und daß er, als der bloße Verwalter Ihres Vermögens, Sie niemals beſchränken werde. Mein Mann iſt ſo edel, ſo gütig, ſagte Minna, innig gerührt von dieſem Beweiſe des tiefen Zart⸗ ſinnes ihres Gatten. In der That, erwiederte Madame Jelſa, es iebt viele Männer, die weniger beſcheiden und rück⸗ ſchevol handeln, und die, wenn auch das ganze Vermögen der Frau gehört, dennoch mit demſelben ſchalten und walten, als gehöre es ihnen allein, ja, der Frau kaum ſo viel geben, um davon die noth⸗ wendigſten Bedürfniſſe der Toilette zu befriedigen. In dieſem Punkte haben Sie wirklich Grund, mit Ihrem Gatten zufrieden zu ſein; wollte Gott, es wäre in allen andern Dingen auch ſo! Aber finden Sie nicht, theuerſte Minna, daß, je mehr Sie ſich in Ihrer Bildung vervollkommnen, Ihr Mann deſto mehr hinter Ihnen zurückbleibt, und dies, wie es ſcheint, ganz abſichtlich, und in dem Beſtreben, Sie immer wieder daran zu erinnern, in welche Sphäre hinein Sie durch die Grauſamkeit Ihrer Mutter verheirathet ſind? Oh, ich kenne Herrn Otto, ich durchſchaue ihn, und ſehe es wohl, daß er es ab⸗ Sſichtlich verſchmäht, ſich weiter zu bilden, feinere Redeformen, ungezwungenere Manieren anzunehmen, um nicht dadurch ſeinem niedern Stande entrückt zu werden.
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