Teil eines Werkes 
1. Theil (1859)
Entstehung
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kürzlich noch in die Arme ſank und ihm ſchwur, ihn ewig zu lieben, und Alles hinter ſich laſſend, nur an ſein Glück zu denken, und keinen Wunſch zu hegen als dieſen?

Als Otto das Alles jetzt dachte, da war es ihm, als ſtänden alle dieſe vergangenen Tage und Stunden gleich Geiſtern um ihn her, und ſie flüſterten und lachten, und grinzten ihn an mit ſpöttiſchem Lachen, und höhnten ihn um ſeines Glaubens und ſeiner Hoffnungen willen.

Otto lehnte ſich erſchöpft, kraftlos zurück an die Mauer, ſein Haupt ſank hernieder auf die Bruſt, in der tauſend Schmerzen wühlten, und leiſe ſagte er: ja lacht nur, lacht nur über den Thoren, der meinte, dies ſchöne, herrliche Weib könne ihn lieben, ewig und immer, könne ſich genügen laſſen an dem ſtillen, beſcheidenen Glück, das er ihr bieten konnte!

b, es war ein Traum, aber er war doch ſo ſchön, und in dieſem Traume mindeſtens habe ich doch das reinſte und heiligſte Glück genoſſen! Sie hat mich doch geliebt, es gab doch einſt eine Zeit, wo ihr ganzes Herz mir gehörte, wo ich ihre ganze Welt war, und wenn auch dieſe Zeit längſt vorüber ge⸗ rauſcht und begraben iſt, ſo bleibt ſie doch mein und nichts kann mir die Erinnerung dieſer herrlichen Zeit entreißen! Oh Minna, nicht mehr meine Minna, rief er laut und ſchmerzvoll, Minna ich liebe Dich ja ſo heiß, ich kann ja nicht leben ohne Dich und dennoch biſt Du nicht mehr mein, und wenn ich die Arme öffne, Dich zu umfangen, ſo duldeſt Du es ohne daß Du mir lächelſt, ohne daß Dein Herz höher klopft