er als Kind. Nachts erwachte und die Dunkelheit ihn ſchreckte und ängſtigte, wie oft hatte dann ſeine Mutter ihm die Hand herunter gereicht, und, ſich an dieſe Hand, wie an einen Rettungsanker anklam⸗ mernd, war er wieder eingeſchlafen, ruhig und ſicher in dem Gefühl, von ſeiner Mutter beſchützt zu werden.
in jenem Zimmer hatte er vor ſeinem
Vater gekniet, deſſen Segen zu empfangen an jenem Ta er zum erſten Male zum Tiſch des Herrn ging, ach, und dort an jener Stelle hatten bald nach einander die Särge ſeiner Eltern geſtanden.
Von allen dieſen geheiligten Plätzen nahm Otto jetzt mit überſtrömenden Augen und beklommenem Herzen Abſchied, Abſchied von all' den theuren Erinnerungen ſeiner Kindheit. Ach von allen Hoffnungen und Träu⸗ men auch der Zukunft nahm er Abſchied.
Dann ging er noch einmal und zum letzten Male hinauf in Minna's früheres Gemach und wie er dieſe leeren, öden Räume betrachtete, da war es ihm, als würde es auch hinfort ſo öde und leer in ſeiner eigenen Bruſt ſein, und als würde das Unglück und Leid alle ſüßen Erinnerungen des Glückes und der Liebe in ihm begraben.
Wie oft, wie o hatte er hier ſeine Minna in den ſchönen Tagen ihrer Liebe in ſeinen Armen halten, wie oft mit entzücktem Lauſchen ihrem holden Liebesgeflüſter zugehorcht, und ihrem lieblichen kind⸗ lichen Geplauder.
War's nicht dort auf jener Stelle, wo ſie ihm


