Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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Die nächſten Tage verbrachten ſie in ſüßeſter Einſamkeit und Stille, und hingegeben einem Glück, das ihnen über allen Ausdruck erhaben und herrlich erſchien. Und war es nicht ein Glück, ſo die langen, herrlichen Stunden des Tages Eins neben dem Andern, ruhend Herz an Herz, hinzubringen, ſich holde Worte zuzuflüſtern und ſich allen jenen Thorheiten und Tändeleien der Liebe hinzugeben, die ſo kindiſch und doch ſo heilig ſind? War's nicht ein Glück, ſo Herz an Herzen Pläne zu entwerfen für die Zukunft, eine

Zukunft ohne Trennung und ohne Entbehren? War's nicht auch ein Glück, ganz ſtumm neben einander zu ruhen, verloren in die ſüßeſten und herrlichſten Träume, ſich nur anzuſehen, ſich zuzulächeln, ſich mit ſtummer Lippe unendliche Dinge zu ſagen? Liebende leben wie auf einer Inſel, und der Ocean trennt ſie von der Welt. Aber ach, wie lange, und über den Ocean herüber ſendet die Welt ihre Boten, und dieſe Boten ſprechen mit ſüß verlockender Stimme von den Freuden und Wonnen der Welt, und vor den Augen der Liebenden ſchwindet allgemach der trennende Ocean, und kaum ein kleiner murmelnder Bach bleibt übrig, über den trägt ſie der leichte Kahn, und wenn ſie drüben ſind am Ufer der Welt, ſo ſinkt hinter ihnen die Inſel hinab in das Meer des Vergeſſens, und wenn ſie aus demſelben auch noch zuweilen hervor taucht und wie ein luftiges Traumbild am fernen Horizont erſcheint, ſo führt doch kein Nachen mehr zu ihr zurück. Arme Sophie, wie lange wird Dir ein gütiges Geſchick geſtatten, auf dieſer Inſel