Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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einmal ſehen, ihn, meinen Geliebten, meinen Bona⸗ ventura! O mein Gott, warum kann ich nicht ſterben zu dieſer Stunde, ſterben, da ich ihm noch treu bin, da ich noch nicht entweiht bin von den Umarmungen dieſes entſetzlichen Menſchen!

Sie bedeckte ihr Geſicht mit ihren Händen, und weinte und ſchluchzte laut.

Da legte ſich ein Arm um ihre Geſtalt, und eine Stimme flüſterte in ihr Ohr: meine Geliebte!

Sie ſchauerte in ſich zuſammen wie vor einer Geiſtererſcheinung und einer Ohnmacht nahe vor

Schreck und Ueberraſchung, ſchloß ſie die Augen.

Als ſie ſie aber wieder aufſchlug, begegneten ihre forſchenden, irren Blicke denen ihres Geliebten, ihres Bonaventura. Er hielt ſie in ſeinen Armen, er drückte ſie an ſeine Bruſt, er bedeckte ſie mit glühenden Küſſen. Er war da, an ihrer Seite! Wie eine Er⸗ ſcheinung des Himmels, zu dem ſie eben noch um ihn gefleht, war er plötzlich zu ihr getreten, und in ihrer ſchwärmeriſchen Aufgeregtheit glaubte ſie ihn ſi wirklich vom Himmel zu ihrer Rettung ge⸗ andt.

Sie klammerte ſich an ſeine Bruſt, ſie umſchlang ihn feſt mit ihren Armen und flehete nur; v erbarme Dich mein, o verlaß mich nicht, mein Geliebter! Sie wollen mich verkaufen und hinopfern für Gold und Titel. Ich aber kann nicht ohne Dich leben, nicht ohne Dich, der du das Leben meines Lebens biſt. Gehe nicht von mir, Bonaventura, ſie ſchleppen mich zum Altar, wenn Du nicht bei mir biſt, ſie