Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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dann dazu verwandt, die Unterrichtsſtunden zu be⸗ zahlen, die er ſelbſt bei den erſten und ausgezeichneteſten Lehrern nahm; es gab Tage, wo er nichts hatte, ſein Leben zu friſten, als ein Stückchen trockenes Brot, ein Glas Waſſer; er dies aber mit dem friſchen Muth eines Weiſen, ohne zu klagen, oder zu murren; er entbehrte und duldete, er gab ſein mühſam erworbenes Geld hin für theuren Unterricht, aber nicht aus Liebe zu den Wiſſenſchaften, nicht um dieſem innern Drange nach Kenntniſſen und Erkennt⸗ niß zu genügen, ſondern aus Stolz, um der höhern Geſellſchaft angehören zu können, aus Eitelkeit, um in dieſer höhern Geſellſchaft glänzen zu können. So hatte er erreicht, was er wollte; wenige Jahre hatten genügt, um ſeinem Geiſte eine der Welt genügende, wenn auch oberflächliche Bildung zu geben, und ihn der höhern Kreiſe der Geſellſchaft würdig zu machen. Was bei Minna Ehrgeiz, war bei ibrem Bruder Eitelkeit; einer ſeltſamen Laune des Schickſals zu⸗ folge ſtrebten beide Kinder der Frau, der das Volk und die Arbeit das Heiligſte und Ehrwürdigſte ſchien, ſtrebten dieſe beiden, in Niedrigkeit und Armuth ge⸗ bornen Kinder, nach dem eitlen Glanz der Weit, und dem nichtigen Tand der Geſellſchaft ſchien es Beiden das allein wünſchenswerthe Ziel, in dieſer Geſellſchaft eine bedeutende Stelle einzunehmen. Und in dieſem Streben ward Bonaventura durch ein ihm wirklich inne wohnendes poetiſches Talent unterſtützt, durch einen ſcharfen Verſtand, der, wenn er nicht um⸗

nebelt ward von Eitelkeit, ihm ſtets das Rechte zeigte.