230
Sophie wird dennoch mein Weib, und müßte ich Ihr Haus anzünden, um Sie aus den Flammen mir zu entführen!
. Zünden Sie es immerhin an, ſagte Herr Blitz gelaſſen, ich bin verſichert!
Bonaventura ſah ihn verächtlich an, und ſtürzte von dannen.
Wie ein Raſender eilte er in ſeine Wohnung, dort warf er ſich aufgelöſt in Schmerz und Wuth auf den Divan, auf Mittel ſinnend, wie er Sophie ſich erobern und die Seine nennen könne. Denn nun, da ſich ſeinem Wunſche Hinderniſſe in den Weg ſtellten, ſchien ihm Sophie das einzig begehrens⸗ werthe Glück der Erde, und fühlte er für ſie die heißeſte, leidenſchaftlichſte Liebe. Es gab in dem Ge⸗ müthe Bonaventura's zwei Gewalten, die ſein ganzes Daſein beherrſchten: Eitelkeit und Stolz. Aus dieſen beiden Gewalten entſprangen alle ſeine übrigen Eigen⸗ ſchaften, ſeine Fehler und ſeine Vorzüge. Die Eitel⸗ keit war es, die ihn getrieben, die niedrige Sphäre, in der er aufgewachſen, zu verlaſſen, und nach Höherem zu ſtreben, und der Stolz feuerte ihn dann an, auf dem einmal betretenen neuen Pfade muthig weiter zu ſchreiten, ohne der Beſchwerden zu achten, ohne über die Mühe zu klagen. Unter den härteſten Entbehrungen jeglicher Art hatte er Jahre verbracht, in angeſtrengtem Studium, hungernd oft und durſtend, die Nächte für niedrigen Lohn langweilige Abſchriften machend, Tags Kinder im Schreiben unterrichtend. Den Erlös ſeiner Mühe und Arbeit hatte er


