Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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rauhe, harte Hand des Greiſes, denn die Arbeit hat dieſe Hand ſo rauh gemacht und ſo hart, die Laſt des Tages hat ſeinen Rücken gebeugt. Da, da iſt meine Hand, ſchau ſie an, ſie iſt voller Schwie⸗ len und Narben, ſchau ſie an, und ſprich, ob Du es wagſt, Dich Deiner Mutter zu ſchämen, Deiner Mutter, die

Halt ein, Mutter Anna, unterbrach ſie Otto, der bis dahin bleich und tief erſchüttert da geſtanden hatte, halt ein, Mutter Anna, und laß uns in Frie⸗ den uns verſtändigen. Sicher haben wir Minna mißverſtanden, und ihre Worte ſchienen härter, als ſie es dachte!

Minna ſchüttelte trotzig das Haupt. In der aufgeregten, leidenſchaftlichen Stimmung, in welcher ſie ſich heute befand, war ihr Herz weichern, ver⸗ ſöhnendern Empfindungen verſchloſſen, und ihre lei⸗ denſchaftliche Erregung machte 3 hart und grauſam. Auch erinnerte ſie ſich, wie oſt ihr Madame Jelſa den Vorwurf gemacht, ſie laſſe ſich thranniſiren von ihrer Mutter, und Minna dachte: ich will es nun uch 6 dulden, ſie ſoll ſehen, daß ich ſie nicht ürchte

Als Otto ſie daher jetzt fragte: nicht wahr, Minna, es war nur ein Mißverſtändniß? erwiederte ſie ruhig und kalt; nein es war mein Ernſt, und ich bin überzeugt, daß ich Recht habe in dem, was ich ſagte. Ich verachte das Volk von Grund meiner Seele, es iſt ſo roh und thieriſch, ſo niedrig denkend und ungebildet! Da iſt kein Funken von Zartheit und Geiſt