Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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auch gar nicht geglaubt, daß es geſtern Euer Ernſt war mit dieſer Partie!

Und warum nicht, Tochter? fragte Mutter Anna ſtreng, und ſchon zeigten ſich Falten des Unmuths auf ihrer Stirn, und ihre Augen blitzten höher auf. Und warum glaubteſt Du nicht, daß es Ernſt war?

Nun, ich will es Dir ſagen, Mutter, weil es doch unmöglich ein Vergnügen gewähren kann, ſich ſo unter dem Pöbel umher zu treiben, und weil es überdies gar nicht paſſend iſt, Sonntags an einem öffentlichen Orte zu erſcheinen, wie mir Madame Jelſa noch geſtern geſagt hat. Sonntags bleibt jeder anſtändige Menſch gern daheim, denn dann begegnet man aller Orten dem niedrigſten Volk, das ſich einmal den Schmutz der Woche abgewaſchen, ſich geſäubert und angezogen hat.

Und das iſt meine Tochter, die ſo ſpricht! rief Mutter Anna zitternd vor Zorn, das iſt mein Kind, das ich unter meinem Herzen getragen und mit meinem Blut ernährt habe, für die ich arbeitete und mich plagte! Sie verachtet das Volk, deſſen Kind ſie iſt, und will nicht hinaus auf die Gaſſe, um nicht Denen zu begegnen, die unter dem Schweiß ihres Angeſichtes gearbeitet haben ſechs Tage lang, und nun ausruhen von der Arbeit, und dankerfüllt ſind gegen Gott für dieſen Ruhetag. Und dieſes arme, geduldige, ſtets zufriedene Volk das nennt ſie den niedrigen Pöbel! Kind, Kind, gehe in Dich. Gedenke Deiner Eltern! Vor dem Volk, vor den

Arbeitern da neige Dich in Demuth und küſſe die

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