Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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O, ſagte Otto, gen Himmel blickend, und

langſam rollten ein paar Thränen aus ſeinen Augen über ſeine Wangen, o, dieſer Augenblick belohnt mich überreichlich für alles Gute, was ich jemals thun konnte.

Er drückte ſein junges Weib feſter an ſeine Bruſt

und leiſe flüſterte er in ihr Ohr: Minna, Dich ſegne Gott und gebe, daß ich Dich glücklich mache!

Ich bin es, bin es ganz, ſagte ſie ſchluchzend. Otto küßte ſie, und ſie ſanft aus ſeinen Armen laſſend, nahm er die Hand ſeiner Schwiegermutter und ſagte: ſeht, meine Freunde, dieſer Tag macht uns doppelt reich. Ich habe Euch eine Frau Meiſterin gegeben, nun bringe ich Euch auch eine Mutter. Eurer Meiſterin Mutter werdet Ihr lieben und verehren, das weiß ich, und ich brauche Euch nicht zu ſagen, daß Ihr unſerer Mutter Achtung und Gehorſam ſchuldig ſeid.

Es lebe unſre Mutter, unſte brave Mutter! riefen die Burſche, und dann trat jeder heran, der alten Frau die Hand zu drücken und zu küſſen. Sie ließ es mit der Würde geſchehen, die oft den alten Frauen der niederen Stände eigen iſt, denn grade in dieſen verleiht das Alter noch eine Würde, die ehrfurchtsvoll von der Jugend anerkannt wird, und der Greis und die Greiſin mit ſilberweißem Haar haben dort noch eine Autorität und Anerken⸗

nung, wie ſolche in den höhern gebildetern Ständen 3

der menſchlichen Geſellſchaft nicht gefunden wird. Otto gab ſeiner Schiegermutter und Frau die