Teil eines Werkes 
2. Theil (1859)
Entstehung
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ſind uns Vater und Mutter geweſen, und Lehrer, Ihnen danken wir Alles, was wir ſind.

Das Alles aber, ſagte Anton mit einem Kratzfuß ſich an Minna wendend, das Alles haben wir heute bloß wiederholt um Ihretwillen, Frau Meiſterin, denn wir wiſſen wohl, daß Meiſter Otto von all' dem Guten, was er thut, nicht ſpricht und es auch nicht gern hat, wenn Andere davon ſprechen. Aber wir mußten es Ihnen erzählen, damit Sie auch recht wiſſen, welch einen herrlichen, braven Mann Sie da bekommen haben und damit Sie ihn dafür ſo ſehr lieben, wie Sie nur immer können.

Minna's ſchönes Angeſicht war längſt ſchon von Thränen überfluthet und mit Blicken der unaus⸗ ſprechlichſten Liebe hatte ſie zu Otto empor geblickt. Jetzt warf ſie ſich an ſeine Bruſt und ihn ſeſt mit ihren Armen umſchlingend, rief ſie: o mein ge⸗ liebter, mein theurer Otto! Gott ſegne Dich, Gott ſegne Dich!

Gott ſegne ihn, riefen die Männer wie aus Einem Munde und falteten die Hände, verſtummend im Gebet.

Gott ſegne Dich, mein Schwiegerſohn, ſagte Minna's alte Mutter, die unbemerkt dem jungen Paar gefolgt war und jetzt ihre Hand auf Otto's Haupt legte Gott ſegne Dich und gebe Dir Glück! Du verdienſt es, denn der, welcher von ſeinen Unter⸗ gebenen geliebt wird, iſt ein guter braver Menſch. Gott ſegne Deine Arbeit und gebe Allem, was Du beginnſt, Gedeihen!