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Ja, machen Sie nicht ein ſo erſtauntes Geſicht. Sie ſtin⸗ ken nach Odeur!“*)
„Es iſt wahr,“ ſagte die arme Gräfin,„ich habe etwas Odeur genommen. Es iſt ein Parfüm, den mir die Kaiſerin Ludowika geſchenkt hat und der jetzt außer⸗ ordentlich Mode iſt, denn der Kaiſer ſelber hat ihn in ſeinem Laboratorium bereitet. Aber ich bitte dennoch Ew. Durchlaucht um Verzeihung, ich ahnte nicht, daß ich mit meinem Odeur meines theuren Oheims Mißfallen erre⸗ gen könnte.“
„Ich haſſe jeden Odeur, merken Sie ſich das,“ ſagte Kaunitz majeſtätiſch.„Gute Gerüche werden ge⸗ meinhin nur dazu angewandt, um ſchlechte zu überduf⸗ ten, und ſie müſſen daher ſo ſtark ſein, daß ſie die Nerven betäuben.“
Die Gräfin erröthete vor Zorn trotz ihrer Schminke, aber ſie wagte es doch nicht, den Fürſten ihre Empfind⸗ lichkeit ſehen zu laſſen.
„Ich habe zum Glück nur mein Taſchentuch mit Odeur beſprengt,“ ſagte ſie,„und ich kann daher Ew.
*) Dieſe Scene kam wirklich vor. Fürſt Kaunitz haßte die Odeurs, und mehr als einmal kam es vor, daß, wenn Damen, die Parfüm an ſich trugen, ſich zu ihm ſetzten, er unwillig ſagte: Mlez vous en, Madame, vous Ppue?. Siehe: Hormayr, Le⸗
bensbildet. Th. IM.
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