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des Fürſten Kaunitz iſt zugleich immer die des Staats⸗ kanzlers von Oeſterreich, welcher die öſterreichiſche Po⸗ litik leitet und ſich über dieſelbe im vollſten Einklang mit dem Nachfolger des Kaiſers Joſeph befindet.“
„Wenn das iſt, ſo haben Ew. Durchlaucht Recht,“ ſeufzte der General.„Es bleibt mir alsdann weiter nichts übrig als abzureiſen.“
„Thun Sie das, mein Herr, und reiſen Sie mit Gott,“ ſagte Fürſt Kaunitz würdevoll.„Sie ſind indeſſen, wie mir ſcheint, doch nicht umſonſt hieher nach Wien gekommen. Sie haben einen Staatsmann geſehen, den Preußens größter König ſeinen würdigſten Gegner nannte und den Europa noch immer ſeinen Kutſcher nennt. Leben Sie wohl, mein Herr General!“
Er neigte mit olhmpiſcher Majeſtät ſein Haupt und wendete ſich dann langſam der Thür ſeines Ka⸗ binettes zu.
General von Biſchofswerder, kaum noch im Stande ſeine Entrüſtung zu verbergen und das fromme und gottſelige Lücheln auf ſeinen Lippen feſt zu halten, mur⸗ melte einige unverſtändliche Abſchiedsworte, und eilte mit lauten Schritten durch den Salon und den Vorſaal, die Treppe hinunter zu ſeinem Wagen.
„Geſcheitert, vollſtändig geſcheitert,“ murmelte er, indem er ſich in die Kiſſen des dahin rollenden Wagens 1860. XRII. Kaiſer Leopold der Zweite. I. 14


