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„Ew. Durchlaucht ſehen, welch' einen hohen Werth ich daher auch darauf lege, des Glückes Ihrer Bekannt⸗ ſchaft theilhaftig zu werden,“ ſagte General Biſchofs⸗ werder;„dies iſt das drittemal, daß ich mich um die Gunſt einer Audienz bei Ew. Durchlaucht beworben habe. Das drittemal, und ich ward bei Ew. Durchlaucht genau ſo oft abgewieſen, als ich von Sr. Majeſtät dem Kaiſer Lev⸗ pold angenommen ward. Aber mein Herz drängte mich, dem großen Staatsmanne meine Huldigung darzubringen, dem mächtigen Staatskanzler von Oeſterreich zu ver⸗ ſichern, wie freudig bereit Preußen ſein wird, mit Oeſter⸗ reich Hand in Hand zu gehen und den Weg des Frie⸗ dens und der Verſöhnung einzuſchlagen.“
„Ah, man ſieht es wohl, daß der König Friedrich der Zweite nicht durch Ihren Mund mehr ſpricht,“ ſagte Kaunitz, langſam ſein Haupt ſchüttelnd.„Er war ein großer Mann, Ihr König Friedrich, er war auch Einer von denen, zu deren Erſchaffung der Himmel hun⸗ dert Jahre bedarf. Preußen wird jetzt hundert Jahre zu warten haben, ehe es einen Nachfolger des großen Fried⸗ rich auf ſeinem Throne ſieht.“
„Ah, Durchlaucht verzeihen,“ rief Biſchofswerder, „Preußen iſt Gott ſei Dank nicht ſo unglücklich. Friedrich Wilhelm der Zweite iſt der Nachfolger Friedrich's des Zweiten.“


