Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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Ja, Friedrich Wihelm der Zweite iſt ſein Thron⸗ folger, ſagte Kaunitz,aber ſein Nachfolger wird erſt in hundert Jahren kommen, und der wird, wie ich glaube, alsdann mit meinem Nachfolger den Kampf zur Ent⸗ ſcheidung bringen, der bis dahin unentſchieden bleiben wird.

Welchen Kampf meinen Ew. Durchlaucht? fragte General von Biſchofswerder verwundert.

Ich meine den Kampf zwiſchen Oeſterreich und Preußen, ſagte Kaunitz feierlich.Das iſt eine Urfehde, welche an dem Tage begonnen hat, an welchem der Mark⸗ graf Friedrich von Preußen ſich eigenmächtiger und un⸗ befugter Weiſe eine Krone auf ſein Haupt geſetzt, und den tollkühnen Plan gefaßt hat, eine Großmacht in Deutſch⸗ land werden zu wollen. An jenem Tage ward das Un⸗ glück Deutſchlands geboren, und es iſt ſeitdem täglich gewachſen und bedroht alle deutſchen Lande und alle deuſchen Gauen, und es wird Deutſchland zerfetzen und zerreißen, und es ſeinem Untergang entgegenführen, wenn mein Nachfolger und der Nachfolger Friedrich's des Zweiten nicht eine Entſcheidung herbeiführen, wenn ſie nicht endlich der großen Streitfrage ein Ende machen, wer Herr über Deutſchland, wer die gebietende Groß⸗ macht ſein ſoll: Oeſterreich oder Preußen.

Ew. Durchlaucht halten es alſo für ganz un⸗ 3