Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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Mit ungewohnter Lebhaftigkeit durchſchritt er das Gemach und öffnete die Thür zu dem kleinen Salon.

General von Biſchofswerder war ſchon dort, und mit lebhaften Schritten eilte er dem eintretenden Fürſten entgegen, um ihm in begeiſterten Worten ſeine Freude auszudrücken, endlich dem größten, berühmteſten Staats⸗ mann Europas, dem Fürſten Kaunitz gegenüber zu ſein.

Kaunitz hörte dieſe emphatiſchen Lobſprüche mit vollkommenſter Ruhe an.Sie freuen ſich, mich kennen zu lernen, und ich verdenke Ihnen das nicht, mein Herr General⸗Lieutenant, ſagte er dann, langſam ſein Haupt wie zum flüchtigen Gruße neigend. Es iſt auch ein gro⸗ ßes, ein erhabenes Gefühl, einem großen Manne zu be⸗ gegnen, ein Gefühl, das man auf Erden ſehr ſelten hat. Der Himmel braucht hundert Jahre, um einen großen Geiſt für die Wiederherſtellung einer Monarchie zu ſchaf⸗ fen und zu bilden, und Sie haben von Glück zu ſagen, daß Sie grade am Ende dieſer hundert Jahre leben. Ja, hundert Jahre braucht der Himmel zu ſolch einem Werk, dann ruht er wieder hundert Jahre! Dies macht mich zittern für die öſterreichiſche Monarchie nach meinem mög⸗ lichen Dahingang.*)

9) Des Fürſten Kaunitz eigene Worte. Siehe: Swieburne. Vol. II. S. 230.