Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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„Sie ſchwören mir,“ ſagte ſie,„daß, wenn es mir gelingt, Ihre Plane durchzuführen, wenn ich mich zu Ihrem Werkzeug mache, Sie ſchwören mir, daß mein Gemahl dann ſeine Freiheit wieder haben, daß er durch mich gerettet werden ſoll?“

„Ich ſchwöre es Ihnen bei Jeſum Chriſtum!“ rief der General feierlich laut.„Er ſoll durch Sie gerettet, Sie ſollen mit ihm vereint werden.“

Sie ſchlug ihre Hände vor ihr Angeſicht und ächzte laut. Dann verſtummte ſie, und nur einzelne ge⸗ flüſterte Worte verriethen dem General, daß ſie betete. Endlich ließ ſie ihre Hände von ihrem Antlitz nieder⸗ gleiten, das jetzt farblos, todesbleich war.

„Ich will hier bleiben!“ rief ſie mit einem lauten, krampfhaften Aufſchrei.

„Vivat!“ jubelte der General.„Vivat! Meine theure geliebte Louiſe hat ſich ſelber wieder gefunden. Sie iſt zur Vernunft, zur Beſonnenheit zurückgekehrt, und will das Leben nicht mehr anſehen, wie es ſein ſollte, ſondern, wie es iſt! Sie wird freudig an ihr großes Werk gehen, ſie wird nicht mehr klagen, nicht mehr ſich und Andern Vorwürfe machen, ſondern ſie wird ſich bewußt werden, daß ſie zu einem großen Werk berufen, daß ſie ein Werkzeug iſt in der Hand der Vor⸗ ſehung, daß ſie den ruhmwürdigen Beruf hat, die beiden