Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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einer gebieteriſchen Bewegung ſeines langen, ſchlanken Zeigefingers den Kammerdiener, vorzutreten.

Wer hat heute das Frühſtück gewogen? Kaunitz mit düſterer, erregter Stimme.

Durchlaucht, ich denke, der Haushofmeiſter hat es heute, wie alle Tage gethan.

Er denkt, ſagte Kaunitz mit wegwerfendem, ver⸗ ächtlichem Tone;Er iſt ein Eſel, daß Er ſich unterſteht zu denken, während es blos einfach ſeine Pflicht iſt, zu gehorchen. Der Kaffee iſt zu ſtark, die Stücke Zucker ſind zu groß, es muß ein Verſehen vorgefallen ſein. Gehe Er alſo und frage Er, wer das Frühſtück abgewogen hat.

Der Kammerdiener ſchlüpfte leiſe von dannen und der Fürſt fuhr langſam in dem Genuß ſeines Frühſtücks fort. Indeß nach einigen Minuten ſetzte er die Taſſe wieder hin, erhob ſich aus ſeinem Fauteuil und ging mit raſcherem Schritt als gewöhnlich nach dem großen Spie⸗ gel hin, der zwiſchen den Fenſtern an dem breiten Fen⸗ ſterpfeiler ſtand. Sein Haupt faſt an das Glas anlegend, ſchaute der Fürſt lange in den Spiegel hinein, und ſchien jeden Zug ſeines Angeſichtes, jede Runzel und Falte mit

aufmerkſam prüfenden Blicken zu betrachten.

Es iſt wahr, ſagte er dann mit einem langen Seufzer,ja, es iſt wahr, ich werde alt, ich fange an, ſcharfe Züge zu bekommen, und Hippolhte war zu ent⸗