Lebe wohl, Marie, und Gott beſchütze Dich und die Kinder!“
Und der König, vielleicht um ſeine Gemahlin die Thränen nicht ſehen zu laſſen, die ihm in die Augen ge⸗ treten, neigte ſich zu den Kindern nieder und küßte ſie, dann wandte er ſich raſch ab und eilte zu der Thür des Corridors. Die Königin begleitete ihn und reichte ihm noch einmal zum Gruß die Hand dar; Ludwig, nicht im Stande ſeine Rührung zu verbergen und zu ſprechen, drückte ihre Hand feſt in der ſeinen, nickte ihr zu, und trat auf den Corridor hinaus.
Marie Antvinette ſchaute ihm nach mit einem lan⸗ gen traurigen Blick.„O, flüſterte ſie leiſe,„warum ſchlägt nicht mein Herz in ſeiner Bruſt, warum kann ich ſeine edle Seele nicht anfeuern zur Energie und Thatkraft. Warum iſt er kein König!“
Aus dieſem trüben Sinnen ward ſie indeß durch lautes Schreien und Jubeln geweckt, das von dem Gar⸗ ten herauf an ihre Fenſter zu ſchlagen ſchien. Marie An⸗ tvinette eilte ans Fenſter und ſchaute hinab. Sie ſah da in der großen Allee eine ungehenre Menſchenmenge auf und niederwogen, und ſchreiend und tobend ſich hier und dort durch die Nebenalleen zu dem Schloſſe heranwälzen. Aber dies beängſtigte ſie nicht. Seit ein Decret der Na⸗ tional⸗Verſammlung den Tuileriengarten in allen ſeinen
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