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meine theuerſte Marie,“ ſagte er ſanft,„da es denn kein anderes Mittel der Rettung gibt, ſo wählen wir das einzige, welches uns übrig bleibt: fliehen wir!“
„Ja, fliehen wir,“ wiederholte die Königin auf⸗ athmend,„zaudern wir nicht länger. Es beginnt ſchon zu dunkeln, in einer Viertelſtunde müſſen wir in den Park hinabgehen, und bis dahin müſſen wir alle unſere Ver⸗
kleidung angelegt haben. Eilen wir, theurer Freund, eilen wir!“
„Ich gehe, Marie, ich werde meine Nationalgardi⸗ ſten⸗Uniform anlegen,“ ſagte Ludwig lächelnd,„und ſo⸗ bald Thugut mir das Zeichen gibt, daß Du und die Kinder glücklich entkommen ſeid, werde auch ich hinunter⸗ gehen in den Park. Der Himmel gebe, daß ich erſt das Zeichen vernehme, denn ich leugne es nicht, ich ängſtige mich um das Schickſal meiner theuren Marie und un⸗ ſerer Kinder. Es iſt eine gar ſchwere und gefahrvolle Rolle, welche Sie zu ſpielen haben.“
„Ich werde daran denken, daß ich ſie für den jetzi⸗ gen und für den zukünftigen König von Frankreich ſpiele, und das wird mir Muth geben,“ rief Marie Antoniette, indem ſie dem König ihre Hand darreichte.„Nun, lebe wohl, mein König, wenn Gott uns gnädig iſt, ſehen wir uns in einer Stunde wieder.“


