König trat ein, an ſeiner Hand die beiden Kinder, den Dauphin und Madame Eliſabeth.
Ein Ausdruck zärtlicher Mutterfreude glitt über das Antlitz der Königin hin, als ſie die Kinder, welche mit ausgebreiteten Armen zu ihr hinflogen, an ihre Bruſt drückte. Dann reichte ſie mit einem vollen Blick der Liebe dem König ihre Hand dar.
Aber der Blick des Königs erhellte ſich nicht, er blieb ſchwermüthig und trübe, und ſein breites fleiſchiges Geſicht trug den Ausdruck der Abſpannung und Er⸗ müdung.
„Es iſt alſo Ihr unwiderruflicher, feſter Entſchluß, Marie?“ fragte er.„Sie wollen entfliehen?“ 2
„Ich hoffe, mein theurer Sire, es iſt auch der Ihre,“ ſagte die Königin mit einem leiſen Ausdruck des Befremdens.„Wir waren ja geſtern noch einig in der Ueberzeugung, daß die Flucht allein uns erretten könne, daß durch die Flucht wir nicht nur unſere Perſonen vor Beleidigung und Schmach ſchützen könnten, ſondern daß durch ſie allein wir hoffen köunten die Monarchie, den Thron des künftigen Königs, unſeres Sohnes, zu erretten.“
„Es iſt wahr,“ ſagte der König zögernd,„Sie haben mir das Alles mit ſo überzeugenden Gründen be⸗
wieſen, daß ich Ihnen wohl Recht geben mußte. Indeſſen


