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„Sieh' zuerſt meine Verkleidung; ich legte ſie an, um auf meiner Reiſe nicht erkannt zu werden. Sieh' hier die Briefe! Der hier iſt an den Grafen Merch, der hier an eine Dame in Wien, wohin ich gehen ſoll, um mich vor dem rächenden Zorn des franzöſiſchen Volkes zu retten. Fort mit dieſen Briefen, ich zerreiße ſie, wie ich meine Liebe zerreiße!“
„Nein, um's Himmels willen, nein!“ rief Petion ſie zurückhaltend;„wir können dieſe Briefe ſehr wohl ge⸗ brauchen, es ſind koſtbare Documente, die wir im Dienſte des Volkes und der Freiheit verwenden wollen. Behalte ſie, Thervigne, und verwahre ſie wohl, denn Du mußt ſie unverſehrt abgeben, ſowohl in Brüſſel als auch in Wien. Doch davon nachher! Zuerſt ſage mir jetzt, auf welche Weiſe die Flucht bewerkſtelligt werden ſollte, theile mir genau und ausführlich den Plan zur Flucht mit.“
„Ja, das will ich, Du ſollſt Alles wiſſen, Pétion, Du—“ Plötzlich verſtummte Thervigne und blickte ge⸗ dankenvoll vor ſich hin.
„Nun,“ fragte Petion,„willſt Du noch zaudern und zögern den Plan des Verräthers mitzutheilen?“
Theroigne ſeufzte tief auf und ihre Augen füllten ſich mit Thränen.„Ich darf es nicht,“ ſagte ſie leiſe. „Ich habe mit einem heiligen Eide, beim Geiſt meiner Mutter geſchworen, den Plan zur Flucht Niemanden zu


